Was ist die Gesamtwirtschaft?

Die Summe aller Einzelwirtschaften des Staates, die miteinander verbunden sind, bilden die Gesamtwirtschaft und damit die Volkswirtschaft. In einem Wirtschaftsraum (geografischer Raum eines Staatsverbundes oder gar mehrere) werden alle Wirtschaftssubjekte, sprich Unternehmen, Haushalte und der Staat selbst, zu einer Gesamt- bzw. Volkswirtschaft zusammengefasst. Volkswirtschaft bildet einen Hauptuntersuchungsgegenstand der Volkswirtschaftslehre.

Kriterien der Volkswirtschaft

Wichtigste und zentrale Faktoren bei der Betrachtung einer Volkswirtschaft sind folgende:

  • Leistung
    • Bruttoinlandprodukt: ist der Gesamtwert aller Güter, Waren und Dienstleistungen, die während eines Jahres und in den eigenen Landesgrenzen einer Volkswirtschaft als Enderzeugnisse nach Abgabe aller Vorleistungen hergestellt wurden.
    • Volkseinkommen: eine volkswirtschaftliche Kennzahl, die entsprechende Daten und Größen miteinander in Verbindung setzt und zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage dient.
  • Verteilung
    • Einkommensverteilung: beschreibt die Verteilung des Einkommens in der Volkswirtschaft, also einen Einkommensbeziehen und die Privathaushalte. Dazukommt noch die Verteilung der Erträge auf die Elemente Arbeit und Kapital.
  • Preisentwicklung
    • Ein Preis der normalerweise in Geldeinheiten realisierte Wert eines Gutes oder einer Dienstleistung dargestellt wird.
  • Struktur
    • Hierunter ist die Wirtschaftsstruktur, welche den Aufbau und die innere Gliederung der Wirtschaft eines Gebietes, zu verstehen.
  • Beschäftigungsgrad
    • Bietet die Volkswirtschaft genügend Arbeitsplätze an? Der entscheidende Punkt ist hierbei die Frage nach der Arbeitslosigkeit, die das Fehlen von Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer beschreibt.
  • Offenheit
    • Interessant bei der Offenheit ist der Außenhandel respektive internationaler Handel, der den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital über internationale Grenzen ermöglicht.

Diese Kriterien können aufgrund der Veränderung mit Konjunktur und deren Zyklen in Verbindung gebracht, aber auch betrachtet werden.

Um andere Volkswirtschaften miteinander zu vergleichen, kann der Grad der Entwicklung mittels sozioökonomischer Faktoren untersucht werden. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird die zahlenmäßige Ausführung der Transaktionsgrößen dargestellt.

Auch wenn alle natürlichen Personen ihre eigenen und individuellen Interessen verfolgen, so geschieht dies nicht nur inmitten einer Volkswirtschaft, sondern ebenso innerhalb eines formalisierten institutionellen Netzwerkes. Dadurch entstehen gewisse Synergien, die gleichzeitig die volkswirtschaftliche Gesamtleitung bestimmen.

An der geringeren Erwerbslosenzahl erkennt man die höhere Effizient einer Volkswirtschaft im Vergleich einer anderen gegenüber. Die Effizienz leitet sich aus der Summe der individuellen Leistungspotenziale ab. Hinzukommen noch Einflussfaktoren wie politische und rechtliche Rahmenbedingungen.

Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht

Das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht ist ein Teil des volkswirtschaftlichen Systems, indem es um die gleichzeitige Verwirklichung der wirtschaftspolitischen Hauptziele in einem sogenannten magischen Viereck geht.

Dieses magische Viereck behandelt vier wirtschaftspolitische Ziele, die zugleich die Hauptziele der staatlichen Wirtschaftspolitik sind. Folgende Ziele wurden 1967 in dem Stabilitätsgesetz festgelegt:

  • Vollbeschäftigung
  • Preisstabilität
  • Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Diese Ziele stehen in einer Gleichrangigkeit zueinander, gelten allerdings in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank nicht.

Sofern alle vier Ziele erreicht werden, setzt das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht ein. Aufgrund des Zielkonfliktes ist es jedoch beinahe unmöglich alle Ziele gleichzeitig zu erreichen, sodass hierfür magische Kräfte vonnöten sind, daher auch der Begriff magisch. Es kann dazukommen, dass einige Ziele sich gegenseitig unterstützend, wie beispielsweise beim Wirtschaftswachstum, welcher ein hohes Beschäftigungsniveau auslöst. Andere wiederum konkurrieren gegeneinander, wenn zum Beispiel Vollbeschäftigung zur Preisinstabilität führt.

Messung der magischen Ziele

  • Preisstabilität
    • Die Ermittlung der Preisstabilität erfolgt über den deutschen Warenkorb sowie der Inflationsrate. Die Veränderung des Preises erhält man, sobald das Preisniveau des Warenkorbes mit dem des Vorjahres verglichen wird. Hier wird zwischen Inflation, positive Vorzeichen, und Deflation, negative Vorzeichen, unterschieden. Die Europäische Zentralbank erkennt einen Preis als stabil, sobald die Inflationsrate zischen null und höchstens zwei Prozent liegt.
  • Vollbeschäftigung
    • Hier wird die Anzahl der Arbeitslosen gegen die Summe der zivilen Erwerbstätigen und der Arbeitslosen insgesamt geteilt. Dabei soll die Quote des Arbeitslosen höchstens bei drei Prozent liegen.
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
    • Hier spiel die Quote des Außenbeitrages eine entscheidende Rolle. Sie wird aus dem Außenbeitrag, also den Exporten werden die Importe von Waren und Dienstleistungen entnommen, ermittelt, dieser wird durch den Bruttoinlandsprodukt dividiert und anschließend mit 100 multipliziert. Das ausgeglichene Verhältnis zwischen Importe und Exporte ist wichtig.
  • Wirtschaftswachstum
    • Sobald sich eine reale Zunahme des Bruttonationaleinkommens respektive des Bruttoinlandsprodukts entwickelt, wächst die Wirtschaft insgesamt. Hier liegt der Zielwert bei drei bis vier Prozent.

Mögliche Erweiterung der magischen Ecke

Das magische Viereck kann um weitere Punkte erweitert werden:

  • Ausgeglichene und öffentliche Haushalte
  • Gerechte Einkommensverteilung
  • Erhaltung einer lebenswerten Umwelt, also Umweltschutz
  • humane Arbeitsbedingungen
  • Sicherung von Ressourcen

Sollte man also von einem magischen Sechseck sprechen, so kommen zu den normalen vier Zielen noch beispielsweise der Umweltschutz und die gerechte Einkommensverteilung hinzu.